Alternative KraftstoffeDie Weltausstellung 1900 in Paris stellte einen Dieselmotor vor, der auf Wunsch der französischen Regierung mit Erdnussöl betrieben wurde. Die Idee wurde aufgrund des hohen Rohstoffpreises nicht weiterverfolgt, doch auch Rudolf Diesel experimentierte später mit dem Einsatz von Pflanzenölen als Kraftstoff für Motoren und äußerte sich zustimmend.

Anfangs verpflichtete das Bundesimmissionsschutzgesetz die Mineralölwirtschaft, einen Mindestanteil von Biokraftstoffen bezogen auf den jeweiligen Energie-Gehalt – zu vertreiben. Der Biodieselanteil in fossilem Dieselkraftstoff betrug bis zu sieben Prozent.

Im Zuge der Dekarbonisierungsstrategie wurde diese Biokraftstoffquote in Deutschland ersetzt durch die Treibhausgasminderungsquote. Ziel der Dekarbonisierung ist es, den Kohlenstoffausstoß der Wirtschaft zu verringern oder ihn zu kompensieren. Sie ist ein Hauptpfeiler der Energiewende und über die Bestreben, nachhaltige Energie für alle bereitzustellen sowie das Klima zu schützen, in den Sustainable Development Goals („Ziele einer nachhaltigen Entwicklung“) der Vereinten Nationen festgeschrieben.

In Deutschland müssen seit 2015 pro Jahr mindestens 3,5 Prozent der durch Kraftstoffverbrauch emittierten klimawirksamen Gase eingespart werden, was durch die Beimischung von Biokraftstoffen (sog. Blending) umgesetzt wird. Dieser Anteil stieg 2017 auf 4 Prozent, ab dem Jahr 2020 sind es 6 Prozent, die gegenüber dem Basisjahr 2010 einzusparen sind. Biokraftstoffe gelten aktuell nur dann als nachhaltig, wenn durch ihre Verwendung maximal die Hälfte der Treibhausgase im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen ausgestoßen werden. Ab 2018 beträgt dieser Anteil 60 Prozent.

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